Balotellis Siegerpose- ein Resultat der Evolution?

Der Jubel des italienischen Fußballprofis, nachdem er Deutschland im Halbfinale mit zwei Gegentoren nach Hause schickte, lässt bei einigen Verhaltensforschern Fragen aufkommen.

J.F.

Mario Balotelli steht wie erstarrt, oberkörperfrei auf dem Platz, während alle um ihn herum ihren Emotionen freien Lauf lassen. Was sagt diese Pose über ihn aus? Warum freut er sich nicht ausgelassen darüber, dass er seine Mannschaft dem Finale ein Stück näher gebracht hat?

Es ist eine typische Aktion für Balotelli, der in Sachen Exzentrik und Schlagzeilen bei dieser EM nicht zu überbieten ist. Er platzt fast vor Stolz, als er sich, jeden Muskel seines Körpers anspannend, vor den Kameras aufbaut.

Die Psychologen Tracy und Matsumoto der University of British Columbia haben herausgefunden, dass Stolz sich durch eine unverwechselbare und vorallem angeborene Körpersprache äußert. Man jubelt, umarmt seine Mitstreiter oder reckt beide Arme in die Luft und präsentiert seine stolzgeschwellte Brust. Dies zeigte sich durch Studien, bei denen der Jubel von normal sehenden Athleten mit dem von Athleten, die von Geburt an blind sind, verglichen wurde. Beide jubeln instinktiv auf die gleiche Art und Weise.

Dass "Extraordimario", wie die italienischen Gazetten titeln, das nicht tut, zeigt vorallem sein riesiges Ego, seinen Drang aufzufallen und einen enormen Siegeswillen, der den Italienern vielleicht den EM-Sieg beschert.

Man wird sehen.

 



Quelle: www.spiegel.de

 

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