Der Mensch als Opfer der eigenen Triebe

Tagtäglich öffnen wir die Geldbörse aufgrund von kleinen psychologischen Tricks. Warum?

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum wir an der Käsetheke probieren dürfen? Oder dass es nicht einfach nur zum guten Service gehört, wenn zur Rechnung im Restaurant etwas Süßes gereicht wird?

Das Team des amerikanischen Psychologen David Strohmetz hat herausgefunden, dass beschenkte Gäste automatisch spendabler sind, ohne sich dessen bewusst zu sein. Verkaufsprofis wissen sehr genau, wie man bestimmen kann, was der ahnungslose Nutzer kauft. In einer Boutique beispielsweise wird die Verkäuferin ihren Kunden stets zuerst das völlig überteuerte Kleid für 700 Euro verkaufen, bevor sie die passende Tasche dazu anbietet. Diese kostet schließlich im Vergleich zum Kleid nur 199 Euro! Uns fällt es oftmals schwer, zwei unterschiedlich hohe Preise angemessen miteinander zu vergleichen. Somit gibt die erste Summe einen Rahmen vor und dient als Vergleich, für alles was danach kommt.

Hier spricht man von dem sogenannte human factor, der es anderen leicht macht, unsere Bereitschaft zum Geldausgeben zu steigern.

Aber es gibt noch mehr simple Tricks, die unser Unterbewusstsein beeinflussen. Sind wir auf der Suche nach einem guten Buch, schauen wir immer erst in der Bestseller-Liste, dasselbe gilt für Filme und vieles mehr. Der Mensch ist ein Herdentier, weil der Gang mit dem Strom Sicherheit bietet.

Der Druck der Gruppe ist meist größer als wir denken. Und die Werbung macht sich diesen Ur-Instinkt des Menschen zur sozialen Integration zu Nutzen. Umso öfter wir im Fernsehen eine junge sportliche Frau sehen, die ständig Schokolade isst, desto normaler wird der Schokoladenkonsum auch für uns selbst, da unser Unterbewusstsein es so abgespeichert hat.

Um also unseren Geldbeutel zu schonen hilft nur, sich diese Verkaufsstrategien bewusst zu machen und auch mal „Nein“ zu sagen. (Vgl. http://www.zeit.de/2012/18/Verkaeufer)

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