Fingerabdrücke von Hirnleistungen

Am Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen liefern Hirnforscher mögliche Therapieansätze für neurobiologische Erkrankungen wie Autismus, Schizophrenie und Multiple Sklerose.

Neurowissenschaftler entdecken wichtige Zusammenhänge von Informationsverarbeitungsprozessen im Gehirn.

Illustration eines neuronalen Fingerprints; Reprinted by permission from Macmillan Publishers Ltd: Nature Reviews Neuroscience (reference citation), copyright 2012

Jeder Oberstufenschüler muss abstrakte und hochkomplizierte Rechenaufgaben lösen. Für solche Aufgaben braucht er notwendigerweise die Kenntnisse der Grundrechenarten. Nach einem ähnlichen Prinzip arbeitet wahrscheinlich unser Gehirn, wenn es höhere Wahrnehmungs- und Verhaltensfähigkeiten ausführen soll, wie z.B. Nachdenken, Entscheiden oder Planen. Wenn wir eine Speisekarte lesen und überlegen, was wir essen wollen, vollzieht unser Gehirn verschiedene Grundrechnungen, bevor wir die endgültige Wahl treffen. Am Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen haben Hirnforscher zusammen mit Kooperationspartnern entdeckt, dass Schwingungsmuster von Hirnwellen, die während der Informationsverarbeitung gemessen werden, wahrscheinlich „Fingerabdrücke“ von solchen Grundrechenarten des Gehirns sind. Die Forschungsergebnisse helfen bei der Erforschung von psychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Schizophrenie, Autismus und Multiple Sklerose. Viele basieren auf einer Störung jener neuronaler Netzwerke, die letztlich für die „kanonischen Berechnungen“ verantwort­lich sind. Mit Ihrer Grundlagenforschung liefern die Wissenschaftler wichtige Weichenstellungen für das Verständnis und mögliche Therapieansätze für neurobiologischen Erkrankungen.

Quelle: News Universität Tübingen

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