"Wo hab' ich meinen Kopf bloß wieder?"

Ob im Supermarkt oder im Auto: Wahrscheinlich kennt jeder das Gefühl, noch vor kurzem den gesuchten Schlüssel oder das Handy gesehen zu haben.

Die Augen wandern über den chaotischen Schreibtisch oder die Küchenablage und man versucht sich zu erinnern. Früher oder später stellt sich meistens auch ein Gefühl der Erinnerung ein. Aber welche Faktoren beeinflussen unser Suchverhalten und was genau passiert dabei in unserem Gehirn?

Darauf versucht Professor Dr. Christof Körner vom Institut für Psychologie der Universität Graz eine Antwort zu finden. Zusammen mit seinen britischen Kollegen geht Körner der Frage nach, wie der Mensch durch visuelle Suche bestimmte Dinge aus einer großen Auswahl von vielen Gegenständen selektiert. Egal ob daheim auf dem Schreibtisch oder im Supermarkt vor dem Kühlregal, die Umgebung, in der wir suchen, verändert sich kaum, dafür wollen wir aber immer einen anderen Gegenstand finden. Auf dem Schreibtisch ist es entweder der Schlüssel oder das Handy das wir suchen, im Kühlregal einmal die Sahne, dann wieder den Joghurt. Wir müssen aus der gleichen Umgebung immer wieder andere Gegenstände herausfiltern. Die Frage ist, inwieweit unser Gedächtnis uns bei der Suche hilft.

Die Wissenschaftler haben ihre Versuchspersonen, auf einem Tisch aus 38 immer wieder neu angeordneten Gegenständen, ein vorgegebenes Objekt suchen lassen. Bei einem zweiten Durchgang sollten sie unter diesen Gegenständen ein anderes Objekt finden. Das Ergebnis war, dass die Versuchsperson beim zweiten Durchgang das gesuchte Objekt schneller fand, als beim ersten Durchgang, weil es bereits einmal visuell fixiert wurde und sich im Kurzzeitgedächtnis eingeprägt hatte. Je öfter man sich allerdings andere Objekte dazwischen anschaut, desto blasser wird die Erinnerung an das vorher gesehene und jetzt gesuchte Objekt. Das ist aber auch gut so, denn sonst würde in unserem Gedächtnis wahrscheinlich auch Chaos herrschen.

Quelle: DerStandard

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