Mit dem Kopf bei der Sache?

Wie schaffen wir es Aufgaben zu erledigen und währenddessen an andere Sachen zu denken?

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie versuchen sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren, aber es funktioniert nicht so richtig. Unbewusst denken Sie ständig an etwas anderes. Dennoch gelingt es Ihnen, die Arbeit, auf die Sie sich konzentrieren wollten, zu beenden.

Neuesten Forschungen der Universität Wisconsin (in Kooperation mit dem Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften) zufolge liegt es daran, dass es eine Art Arbeitsgedächtnis gibt, das uns erlaubt alltägliche Routineaufgaben zu erfüllen und uns gleichzeitig auf andere Aufgaben zu konzentrieren. Dieses Arbeitsgedächtnis hat eine ähnliche Funktion wie das Kurzzeitgedächtnis: es dient als Speicher für schnell abrufbare Informationen. Beide haben allerdings begrenzte Kapazitäten. Das Arbeitsgedächtnis sorgt z. B. dafür, dass wir uns Termine für eine Weile merken können, obwohl wir in der Zwischenzeit die Wäsche waschen und das Geschirr abspülen. Die neuen Studien legen die Vermutung nahe, dass die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses dafür verantwortlich ist, ob dieses Herumwandern der Gedanken eher nützlich oder hinderlich ist.

Jonathan Smallwood vom Max-Planck- Institut Leipzig erklärt, wie das Arbeitsgedächtnis den Menschen bei seinen täglichen Routinen unterstützt, obwohl die Gedanken immer wieder um bevorstehende Aufgaben oder Probleme kreisen. Forscher aus den USA beschäftigen sich schon seit einigen Jahren mit dem Phänomen des "Gedankenabschweifens" und mit der Frage, wie es mit dem Arbeitsgedächtnis zusammenhängt.

Um dies zu testen, mussten Versuchspersonen einfache Aufgaben erledigen. Sie mussten entweder einen Knopf drücken, sobald ein Buchstabe auf dem Bildschirm auftauchte oder mit dem Finger im Takt ihrer Atemfreuquenz auf den Tisch klopfen. Währenddessen wurden sie gefragt, ob sie mit dem Kopf bei der Sache sind oder ob sie an andere Dinge denken. Am Ende des Versuchs wurde die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses der Teilnehmer anhand ihres Erinnerungsvermögens an einzelne Buchstaben gemessen, die ihnen gemischt mit einfachen Matheaufgaben präsentiert worden waren.

Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Arbeitsgedächtnis und freiem Gedankengang: so haben die Wissenschaftler feststellen können, dass Personen mit einer größeren Kapazität des mentalen Arbeitsspeichers ihren Gedanken mehr Freiraum gewähren konnten - und ihre Aufgabe dennoch einwandfrei erledigen konnten.

Quelle: Psychologie Heute

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